Gedanken zur Fashion Revolution Week 2017

gepostet von am 16. Mai, 2017 in Modedesign, Weddingdesign | Kein Kommentar

Von 24. – 30. April fand die Fashion Revolution Week 2017 statt. Erneut stellt sich die Frage: Hat sich etwas verändert?

Leider nicht.

Im Gegenteil: Die Textilindustrie steht vor einem Konsumkollaps.

Denn seit 2000 sind die Textilausgaben, trotz Verdoppelung der weltweiten Produktion, wegen der billigen Massenware nur um zehn Prozent gestiegen.

Die Textilindustrie arbeitet global und international aufgeteilt bei maximaler Ausbeutung von Mensch und Natur. Viele Jahrzehnte zogen die Karawanen der Webereien, Färbereien und Nähfabriken durch die Billiglohnländer dieser Welt. Nach Einschätzung des deutschen Modeverbandes „German Fashion“ sind die Möglichkeiten der Globalisierung nun erschöpft.

Billiger geht’s nicht mehr, noch mehr Natur kann nicht zerstört werden, Menschen können nicht mehr ausgebeutet werden. Mehr Jobs können nicht verlagert werden.

Einer aktuellen Greenpeace-Studie zufolge kauft jeder Deutsche etwa 60 (!!!) neue Kleidungsstücke pro Jahr und trägt diese halb so lange wie vor 15 Jahren. In Österreich wird es wegen eines ähnlichen Kaufverhaltens nicht anders sein. Die Kleiderschränke sind übervoll und Kleidungsstücke im Schrank, die nie getragen werden, keine Seltenheit. Kleidung wird ohne großes Zögern gekauft, denn Mode ist günstig zu haben, insbesondere, wenn Rabatte zur Schnäppchenjagd einladen.

Wie lange kann dieses System noch so funktionieren?

 

Ressourcenschonung durch längeres Tragen

Um den Kleider-Kollaps zu verhindern, müsse Fast Fashion ein baldiges Ende finden. Das würde nicht nur der Umwelt helfen, sondern auch den Konsumenten.

Ein erster logischer Schritt wäre: die Kleidungsstücke länger zu tragen. Durch die Verlängerung der Lebensdauer unserer Kleidung von einem auf zwei Jahre würde die CO2-Emissionen um 24 Prozent reduzieren.

Eine tolle Möglichkeit um zu „neuer“ Kleidung zu kommen sind Kleiderkreiseln oder Kleidertauschbörsen. Hier kann man noch schöne, wenig getragene Kleidung tauschen.

Nur jeder Einzelne (ja, jeder kann nur bei sich selbst beginnen!) kann mit seinem Konsumverhalten dagegen steuern, sinnvoll einkaufen und so den Markt beeinflussen. Nur dann wird aus jedem Einzelnen ganz viel mehr!

Oder muss es zu einem Kollaps kommen, damit sich etwas verändert?

Und ja, es braucht mehr für eine Fashion Revolution!

 

I make the difference,

I make your clothes, Astrid

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